Leseprobe online lesen: Dark Romance


1    Kapitel Cesare Benedetti

Zufrieden und entspannt streckte ich mich auf dem  voluminösen Boxspringbett aus. Die sexy Blondine tippelte gerade ins Bad, um sich das Sperma von ihren üppigen Silikonmöpsen abzuduschen. Wie konnte man seinen Nachmittag besser verbringen, als es einer willigen Bitch heftig zu besorgen? Mir fielen im Moment wenig Alternativen ein.
Im Allgemeinen war der Tag zu meiner Zufriedenheit verlaufen. Der Termin mit Furio Giunta, dem ältesten Sohn des gleichnamigen Clans, ging problemlos und zügig vonstatten. Einer ihrer Mitglieder hatte ohne Rücksprache in unserem Territorium gewildert und Drogen auf den Straßen New Jerseys verkauft. Was diesen Vollidioten dazu motivierte, erschloss sich mir nicht. Es gab klare Regeln, abgesteckte Gebiete und jeder hatte sich daran zu halten. Es handelte sich um größere Mengen Koks und so schlug der Patron ein persönliches Treffen vor. Niemand von uns hatte Interesse, die alten und blutigen Streitigkeiten erneut zu befeuern.
Furio hatte mich überzeugt, dass der Kerl ohne Wissen der Familie agiert hatte. Anstatt eines Batzen Gelds trug er nun ein Neun-Millimeter-Geschoss im Kopf.
Die Blondine war ein kleines Geschenk on the top.
Das Treffen mit Furio hatte für meinen Geschmack viel zu früh stattgefunden, da mir ein paar Stunden Schlaf fehlten. Aber beim Sex hatte ich mein fehlendes Sportkontingent ausgeglichen. Die Blondine in der Doggy-Stellung zu nehmen, die perfekte Position, um sich auszutoben. Sie war jung und deshalb noch antörnend eng und verstand es, nachdem ich sie trocken gefickt hatte, ohne Beeinträchtigung ihre Möse mit Gleitgel feucht zu halten. Es waren die kleinen Tricks, die ich ebenfalls von unseren Huren erwartete.
Sie kam aus dem Bad zurück und hockte sich auf die Bettkante. »Na, Süßer, ich kann dich gern noch ein bisschen mehr verwöhnen.«
Für eine Sekunde checkte ich, ob sich bei mir etwas regte und kam zu dem Schluss, es bei der einen Nummer zu belassen.
»Nein, alles bestens.« Trotzdem wanderten ihre Finger über meinen muskulösen Bauch, bis hin zum Rand des weißen Lakens, das ich um die Hüften geschlungen hatte. Ich hob eine Augenbraue und meine Nasenflügel bebten abrupt. Wenn ich eines nicht mochte, dann dass sich jemand über meine Ansagen hinwegsetzte. Ohne Vorwarnung packte ich sie fest am Arm. »Was habe ich gesagt?«, knurrte ich.
»Okay, okay, es tut mir leid«, lenkte sie erschrocken ein.
»Ja, ja«, brummte ich und griff nach dem Bündel Geldscheine, das verschlossen mit einer aus Platin bestehenden Geldklammer auf dem Nachttisch lag. Mit einer nicht abzusprechenden Überheblichkeit zog ich zwei Einhundert-Dollar-Noten heraus und warf sie neben mich. »Ein kleines Trinkgeld und nun hau ab.«
Schweigsam und eilig folgte sie meinem Wunsch und verließ nach wenigen Minuten das Hotelzimmer. Sie war nur eine Hure, die für Furio anschaffte und da bedurfte es keines rücksichtsvollen Verhaltens. Fickfleisch und Geldquelle trafen es auf den Punkt.
Die eigenen Frauen behandelten wir Benedettis mit Respekt, legten ihnen die Welt zu Füßen, solange sie sich an die Gepflogenheiten hielten. Diese ließen sich kurz und knapp zusammenfassen: Sie hatten sich nicht in unsere Geschäfte einzumischen und verhielten sich in allen Lebenslagen diskret. Die überwiegende Zahl der Ehefrauen kümmerte sich um die Kinder und genoss das Privileg, ein Leben in Luxus zu führen.
Unter diesem Regime wuchs ich auf und glaubte bis zu meinem fünfzehnten Lebensjahr, dass mein Vater sein Vermögen ausschließlich mit dem Handel von Immobilien verdiente.
Die Wahrheit versteckte sich in einem Konvolut aus semi-legalen Grauzonen. Immobilien, ja. Handel, ebenfalls. Alles dazwischen – Auslegungssache.
Die Nacht zuvor hatte ich in meinem Casino verbracht. Geplant hatte ich lediglich, das Geld einzusammeln, aber wie so oft kam es anders. Es kribbelte in meinen Fingern, mich an einer Pokerrunde Texas Holdem ohne Limit zu beteiligen. Meine ausgeprägte Spiel- und Wettleidenschaft lässt sich nicht leugnen. Letztendlich verzockte ich Geld, was ich sowieso wieder eintrieb, denn sämtliche Wettbüros standen unter unserem Schutz. Eine der vielfältigen Vorteile in der Hierarchie des Benedettis Clans weit oben zu stehen.
Aufgrund der anstrengenden letzten Stunden breitete sich eine Schläfrigkeit aus. Da es keinen Grund gab, sich zu hetzen, holte ich mir einen Whiskey aus der Minibar, nahm den Revolver vom Nachttisch und legte ihn direkt neben mich. Außerhalb meiner vier Wände schlief ich ausschließlich mit der Waffe in Griffweite. Feinde konnten überall lauern. Mein Leben als Benedetti blieb trotz aller Macht gefährlich.

Mit einem zufriedenen Seufzer schaltete ich das Fernsehgerät ein. Banale und leichte Fernsehkost war genau das Richtige zum Entspannen. Bei einem Nachrichtenkanal hielt ich inne. Die Reporterin stand vor einem Haus und im Hintergrund blinkten die Blaulichter von etlichen Rettungs- und Polizeiwagen. Bei der Vielzahl der regionalen Fernsehsender gab es immer einen, der über einen Überfall, eine Schießerei und dergleichen berichtete.
Müde nippte ich an dem Glas und verteilte den Whisky in der Mundhöhle, um das Aroma auszukosten. Ich wusste schon, warum ich stets in diesem Hotel abstieg. Jede Kleinigkeit erfüllte meine hohen Ansprüche.

»Toni Galli, der der europaweit agierenden Mafia zugeordnet wird, soll letzte Nacht seine Ehefrau Samantha Galli, in einem Streit getötet haben.«

Bei dem Namen Galli schoss ich in die Höhe. »What a fuck!« Eilig griff ich zur Fernbedienung und stellte den Ton lauter. Mit gerunzelter Stirn verfolgte ich die Worte der Reporterin. »Was für ein Idiot.« Der Ärger über so viel Dummheit breitete sich schlagartig aus.

»Nach ersten Informationen aus Insiderkreisen, stand eine Trennung des Paares an und im Zuge dieser Auseinandersetzungen ist die Streitigkeit eskaliert.«

»Ich wusste es! Dieser Volltrottel ...« Mit einem erbosten Schrei donnerte ich das Glas auf den Boden.
Wenn es etwas gab, was niemand, absolut niemand tun durfte, war es die Aufmerksamkeit der Presse zu erwecken.
Damit brach Galli einen Kodex, der die Familien zusammenhielt und unsere Geschäfte schützte:
Erstens: keine öffentlichen Konfrontationen mit rivalisierenenden Organisationen.
Zweitens: Gegner, die aus dem Weg geräumt werden mussten, professional entsorgen, da wir natürlich im Fokus der stets ermittelnden Behörden standen. Es gab tatsächlich vereinzelte Hardliner, die sich mit dem Einkommen eines Cops zufriedengaben.
Drittens: keine unnötige Aufmerksamkeit in der Presse erregen.
Genervt nahm ich das Handy und drückte die eingespeicherte Nummer meines Vaters, der sich umgehend meldete.
»Hast du diese Scheiße gesehen?«, fiel ich sofort mit der Tür ins Haus, da ich vermutete, dass er bereits davon wusste.
»Ich habe es immer gesagt, Frauen außerhalb der Familie taugen nichts.« Seine Stimme hatte den von uns allen gefürchteten Unterton angenommen.
»Was gedenkst du zu tun?« Meine gelassene Stimmung war vollends verschwunden und ich wanderte im Zimmer hin und her. Dass ich dabei die Glasscherben im Blick behalten musste, steigerte die Wut über so viel Dummheit.
»Tja ...« Er räusperte sich. »Tonis plötzliches Ableben würde vermutlich noch mehr Staub aufwirbeln.«
Ich atmete tief ein und aus. »Wir verschaffen ihm einen guten Anwalt, der das mildeste Urteil fällt und dann muss er ein paar Jahre in den Knast.«
»Ja, Sohn, das erscheint mir der sinnvollste Weg. An seiner Integrität gibt es keinerlei Zweifel.«
»Das sehe ich ähnlich, insbesondere da sein Bezirk vergrößert wurde.«
»Deshalb verstehe ich nicht, dass er dermaßen die Nerven verliert.« Die Stimme meines Vaters blieb grimmig. Vor ein paar Jahren hätte er Toni direkt und eigenhändig abgeknallt. Doch auch er hatte mittlerweile erkannt, dass sich die Zeiten änderten und es in manchen Fällen besser war, auf andere Mittel zurückzugreifen. Insgesamt betrachtet blieb es ein Ärgernis.
Am meisten regte es mich jedoch auf, dass ich aus meiner entspannten Stimmung herausgerissen worden war. Dafür allein hatte der Wichser einen Tritt in den Arsch verdient.
In Anbetracht der Ereignisse beschloss ich, zurück nach Jersey zu fahren. Vermutlich herrschte eine aufgebrachte Atmosphäre im inneren Zirkel. Ein kühler Kopf wie meiner war definitiv gefragt.