Leseproben online -Angel's Secrets Part 5

 

Ein erotischer Roman um Sex, Macht, Bad Boys & große Gefühle!

 

 

Part 5

 

Eine gewöhnliche Nacht lag hinter ihr. William hatte nach seinem Erwachen noch einmal ihre ganze Aufmerksamkeit gefordert. Nahezu zwölf Stunden, lösten den Drang bei Angel aus, sich schnellmöglich zu verabschieden. Sie hatte sich allerdings seinem Wunsch gebeugt und mit ihm auf dem Zimmer gefrühstückt. Herzlich und mit einem Geschenk aus einer Parfümarie verließ sie endlich gegen 9.00 Uhr das Hotel.
Innerhalb von wenigen Minuten stand ein Taxi bereit. Sie ließ sich auf die Rücksitzbank fallen. Ein paar Augenblicke später, öffnete sie ihre Handtasche, kramte den kleinen Handspiegel und ein feuchtes Tuch hervor. Genauso besonnen wie sie ihre Lippen zu Beginn ihrer Buchung und heute früh geschminkt hatte, wischte sie die Farbe ab. Sie wuschelte sich durch die Haare und seufzte.
Der Wagen hielt in einer Seitenstraße unweit ihrer Wohnung. Angel gab dem Taxifahrer einen Geldschein.
»Stimmt so«, sagte sie leise. Das Gesicht des jungen Fahrers erhellte sich, nachdem er sah, dass es sich um ein stattliches Trinkgeld handelte.
Sie stieg aus und reckte sich. Die Sonne schien und für Mai zeigte sich das Wetter außerordentlich freundlich.
Für einen Moment schloss sie die Augen, atmete tief ein und murmelte: »Willkommen zu Hause Brooke!«

 

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2. Kapitel   Das zweite Ich

Bramham Gardens im Bezirk Kensington zeichnet sich durch imposante Bauwerke zum Beispiel im Jugendstil aus. Ansprechende Fassaden mit architektonischen Feinheiten, die man in der heutigen Architektur vergebens sucht. In vielen der Häuser gibt es Einzimmerappartements, die sich den Bedürfnissen der zeitgenössischen Wohnkultur einer Metropole wie London anpassen. Da aufwendig und luxuriös saniert, sind sie nur für einen bestimmten Personenkreis erschwinglich. Die Gegend hatte Stil und darauf legte Brooke großen Wert. Ein weiterer Vorteil des Viertels bestand darin, dass eine angenehme Anonymität zwischen den Menschen herrschte. Einige Kriterien die Brooke bevorzugte, um sich wohlzufühlen. Nichts hasste sie mehr, als neugierige Blicke und eine enge Beziehung zu den Nachbarn.
Müde schloss sie die Wohnungstür auf. Sofort drängten ihre beiden Katzen zu dem Spalt und steckten ihre Köpfchen hindurch.
»Hallo, ich möchte mal reinkommen.« Liebevoll schob sie die flauschigen und miauenden Stubentiger zur Seite. »Es gibt ja sofort Frühstück.«
Es blieb kaum Zeit die Schuhe auszuziehen, da die vorwurfsvollen Katzenaugen, sie an ihre Pflichten erinnerten. Die beiden sausten in die Küche, sprangen auf den Tisch und erwarteten zunächst ein Leckerli. Schnurrend schnappten sie sich die Bröckchen und standen einem Hund, der sich über die Rückkehr seines Herrchens freute, im Nichts nach. Nach ein paar Streicheleinheiten füllte sie den Napf mit frischen Futter.
»Okay, Huhn mit Krebsfleisch und Reis«, lass sie laut die Beschreibung auf der Packung vor. »Also wenn das mal kein guter Start in den Tag ist.«
Shady und Bijou strichen um ihre Beine und stürzten sich, dem Hungertod nahe, sofort auf die leckeren Filethäppchen. Brooke lächelte und ein kleiner Wonneschauer lief ihr den Rücken herunter. Sie liebte die Katzen von ganzem Herzen.
Raus aus den Klamotten, eine heiße Dusche und endlich ein paar Stündchen schlafen, dachte sie erleichtert. Eine Übernachtung mit einem Kunden blieb eine anstrengende Angelegenheit.
Die teure Spitzenunterwäsche flog in den Wäschekorb und wurde durch einen bequemen Short und ein Shirt ersetzt. Durch die Übermüdung fröstelte sie und schlüpfte in einen weißen Frotiermantel und Flauschsocken.
Es folgte ein weiteres Ritual. Egal wann sie in ihre Bleibe zurückkehrte, setzte sie nach dem Duschen mit einem Glas Milch an den Küchentisch, breitete die Geldscheine sorgfältig auf dem Tisch aus und betrachtete sie eine Weile.
»Was für ein herrlicher Anblick.« Bedächtig strich sie mit den Fingerspitzen für die Banknoten. »Eigentlich verrückt.« Dass die Männer bereit waren, für ihre Gesellschaft und die körperliche Nähe einen solch hohen Preis zu bezahlen, verblüffte sie bis heute.
Wenn die Kerle mich so sehen könnten.
Ein Grinsen huschte über ihr Gesicht. In Brookes privaten Kleiderschrank fanden sie keinerlei Spitzen- und Seidenhöschen, sondern bequeme alltagtaugliche Unterwäsche. Keine Kostüme oder Abendkleider, stattdessen Jeans, Lederjacken und Shirts.
Das Handy vibrierte. Mit einem Seufzer nahm sie das Gespräch an.
»Darling, Angel, wie war dein Termin?« Die übertrieben freundliche Stimme der Agenturchefin nervte. »Hast du denn schon ein bisschen geschlafen?«
Brooke gähnte absichtlich laut. »Isabella, was glaubst du?« Shady sprang auf den Tisch, machte einen Buckel und schnurrte wie ein warmgelaufener Motor.
»Ich kenne keine Katze, die auf so viel Geld herumtanzt«, murmelte Brooke.
»Darling, was hast du gesagt?« Brooke konnte förmlich das Fragezeichen in Isabellas Gesicht sehen.
»Ach nichts ... Was gibt es denn? Ich vermute, dass du mich nicht anrufst, um mir einen schönen Tag zu wünschen.«
»Jetzt enttäuschst du mich aber. Ich bin immer um das Wohl all meiner Damen besorgt.«
»Ich weiß«, lenkte Brooke ein. »Ich bin hundemüde.«
»Bist du denn heute gegen sechs Uhr Abend wieder fit?«
»Mhhm.« Im Moment kam es ihr utopisch vor.
»Ich habe einen tollen Kunden für einen Hausbesuch bei dir.«
Brooke kreiste mit dem Kopf, um den Nacken aufzulockern.
»Zwei Stündchen, das schaffst du.« Für die Agenturchefin bestand keinerlei Zweifel, dass Brooke die Anfrage annahm.
»Kenne ich ihn?«
»Er ist Glorias Stammkunde. Er will mal was Neues.«
Brooke horchte auf. Die Information veränderte die Situation. »Aber was für eine Frage«, säuselte sie umgehend. Wenn ich der alten Kuh einen Kunden wegenehmen kann, jederzeit!
Sofern ein Stammgast der Agentur seine sonst übliche Dame wechselte, bestand die Chance, ihn für sich zu gewinnen. Stammfreier sicherten die Miete!
»Also kann ich zusagen?«, vergewisserte sich Isabella.
»Ja, kannst du. Gibt es etwas zu beachten?«
»Nein Liebes, er ist unkompliziert.«
»Steht sonst noch was an?«
»Im Moment nicht, aber das ändert sich bekanntlich schnell. Ich plane dich ab einundzwanzig Uhr ein.«
»Mache das, also bis später.« Ein gutes Gefühl zu wissen, dass es heute mit dem Geldverdienen weiterging. Es standen einige Ausgaben an. Kosmetikerin, Pediküre, der Personaltrainer musste bezahlt werden und neue Unterwäsche füllten die Liste der kostspieligen Begehrlichkeiten.
Das Geld der vergangenen Nacht wanderte in einen Tresor. Es gab drei Umschläge. In dem ersten steckte sie den Anteil für die Agentur hinein, der zweite deckte die Lebenshaltungskosten und das letzte Kuvert bezeichnete sie als Sparstrumpf. Es existierte ein Vierter, in den sie jedoch nur sehr ungern Geld steckte.
Fucking Finanzamt! Mürrisch schob sie eine Banknote hinein. Ein Gast, mit dem sie sich gut verstand, hatte ihr geraten, ein Gewebe anzumelden. Künstlerin, Schauspielerin so was in der Art hatte er gesagt. Glücklicherweise stand er ihr bei der Steuererklärung bei und achtete darauf, dass die Ausgaben mit den Einnahmen harmonierten.
Die Unterstützung ließ er sich im Gegenzug mit regelmäßigen Verabredungen versüßen. Treffen, die an der Agentur vorbeigingen, was jedoch nichts ungewöhnliches darstellte. Isabella wusste und tolerierte eine gewisse Anzahl von Dates, wenn der sonstige Umsatz stimmte.
  Zehn Minuten später zog sie die lichtundurchlässigen Vorhänge im Schlafzimmer zu, sperrte den sonnigen Frühlingstag aus, um sich endlich ins Bett zu kuscheln. Ausgepowert stellte sie den Wecker auf Sechzehnuhr. Es dauerte nicht lange und Shady und Bijou gesellten sich zu ihr. Brooke lag auf dem Rücken und genoss das beruhigende Schnurren.
Obwohl ihr Körper nach Schlaf schrie, drehte sich das Gedankenkarussell um Mr. de Vere. Allein der Name klang verheißungsvoll. Wie konnte ein Mensch nur solch blaue Augen haben? Obgleich sich ihre Blicke nur für einen winzigen Augenblick kreuzten, hatte es sich in ihr Gedächtnis eingebrannt. Vielleicht lag es nicht an der Augenfarbe, sondern an dem, wie er sie angesehen hatte. Das strahlte etwas Geheimnisvolles aus.

 

 

 

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