Perlentaucherin im Relaunch - (erotische) Häppchen!

Ab sofort kannst Du am Samstag und am Mittwoch die ersten Kapitel der zweiten Auflage lesen! Emotionen pur, heiß, erotisch, spannend  - ein BDSM Liebesroman mit Nervenkitzel

 

Abonniere den Beitrag und verpasse kein Häppchen!


BDSM Roman - SM Liebesroman
Vorwort
„Die Entscheidung war nur der Anfang von etwas. Wenn man einen Entschluss gefasst hat, dann taucht man damit in eine gewaltige Strömung, die einen mit sich reißt, zu einem Ort, den man sich bei seinem Entschluss niemals hätte träumen lassen.
(Paulo Coelho)“

1. Kapitel - Teil 1

 

»Der Julimond schien grandios vom nächtlichen Firmament. Die große runde Kugel überstrahlte alles! Um sich zu finden, muss man manchmal den seltsamsten Strömungen folgen. Aber mit dem Beginn einer neuen Dekade wird auch das gelingen! ENDE«
Seufzend klickte Anna auf das kleine Kreuz, das das Dokument schloss. Ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass sie für die Korrekturen ihrer Lektorin erheblich mehr Zeit benötigt hatte als angenommen. Es war ruhig und dunkel, nur Annas Schreibtisch war ausgeleuchtet. Ihre schwarze Katze Momo sprang mit einem vorwurfsvollen Maunzen ebenfalls auf, als sie sich erhob und streckte. Die vielen Stunden vor dem Computer, um ihr aktuelles Manuskript endgültig fertig zu stellen, hatten ihren Muskeln und Gliedern nicht gut getan. Doch der Verlag hatte die Abgabe bereits angemahnt, so war der Bestsellerautorin nichts anderes übrig geblieben, als eine Nachtschicht einzulegen. Ihr neuester Roman „Faelis Julimond“ versprach schon im Vorverkauf ein Erfolg zu werden. Diese tiefgründigen Beziehungs- und Liebesromane mit sozialkritischem Hintergrund verkauften sich hervorragend. Seit Jahren rangierten die Bücher von Sophie Preston, so ihr Pseudonym, auf den Bestsellerlisten und wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Ihre Geschichten berührten Leser und Kritiker weit über die Grenzen des deutschsprachigen Raumes hinaus.
»Ja Süße, es gibt gleich was zu futtern.« Anna trat ans Fenster, schaute in den bedeckten Nachthimmel und streckte sich intensiv. Durch die Lichtverhältnisse des beleuchteten Bildschirms spiegelte sich ihr Antlitz im Glas. Sie war eine große schlanke Frau mit einer sportlichen Figur. Für ihre 35 Jahre war sie überdurchschnittlich trainiert, da sie sich regelmäßig im Fitnessstudio auspowerte und durch die herrliche Natur joggte. Gedankenverloren löste sie ihren Haarknoten, da sich am Hinterkopf ein unangenehmer Druck aufgebaut hatte. Ihre lange dunkelrote Mähne aufzuschütteln hatte etwas Befreiendes um frische Luft einzuatmen, öffnete sie das Fenster und sog die kalte Oktoberluft ein.
Wie schnell die Zeit verging – vor einem Jahr war sie in einen beschaulichen Ort in die Eifel gezogen. Kreativität und Hektik vertrugen sich bei ihr nicht. Das Wohnen in dem kleinen Häuschen, das sie sich nach ihren Vorstellungen hatte umbauen und renovieren lassen, löste täglich Glücksgefühle in ihr aus.
Die Konturen der Bäume, die sich im Wind wiegten, ein Hund der bellte und das Rascheln versteckter Tiere, die durch das Geäst huschten, waren die einzigen Geräusche. Nicht eine Lichtquelle unterbrach die Idylle, da um diese nachtschlafende Zeit die Straßenbeleuchtung längst ausgeschaltet war. Ja, so etwas gab es tatsächlich noch.
»Was ist los mit dir?«, murmelte sie. Wie so oft in den letzten Wochen überkam sie eine beklemmende Melancholie. Weshalb, darauf fand sie keine schlüssige Antwort. Eine leise Traurigkeit, die sie bisher nicht gekannt hatte. Ihr Leben verlief ohne nennenswerte Schwierigkeiten. Erfolg im Beruf, finanzielle Unabhängigkeit und Carl, mit dem sie seit Jahren eine Beziehung führte. Der darüber hinaus ihr Agent war. So hatten sie sich damals kennen gelernt. Er hatte Sophie Preston inszeniert und ihr das perfekte Image verpasst, das in der heutigen digitalen und vernetzten Welt dazugehörte.
Alles lief somit in geregelten Bahnen. War es das, was sie nervte? Schnell war es ihr möglich gewesen, als Autorin ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, und damit hatte sich ein Kindheitstraum erfüllt. Spannende Reisen zu Lesungen, Treffen mit ihren Fans, die ihre Bücher liebten, genoss sie in vollen Zügen. Warum bist du so undankbar?
Mit einem Seufzer schloss Anna das Fenster, um ihrer fordernd miauenden Katze das angekündigte Nachtmahl zu servieren. In der großen Wohnküche sprang der Vierbeiner auf die Anrichte, stupste sie mit dem Köpfchen an und veranstaltete einen Tanz, als drohe der Hungertod. Nachdem sie den gefüllten Napf auf den Boden gestellt hatte, raste Momo hinaus, um kurz darauf gelangweilt, nahezu desinteressiert an dem Futter zu schnuppern.
»Du bist eine Diva.« Sie lehnte sich an den Tisch und grinste. Es dauerte einen Moment, bis der Hunger siegte und der Vierbeiner mit lautem Schmatzen die Stückchen verschlang. Stubentiger waren eigenwillige Mitbewohner und sie gaben den Ton an, beschlossen wann gespielt oder gekuschelt wurde. Einen Hund anzuschaffen kam für Anna niemals in Frage, es fehlte schlichtweg die Eigensinnigkeit. Die Nähe, wenn sich Momo zu ihr legte, schnurrte und sich streicheln ließ, fühlte sich umso behaglicher an. Der außergewöhnlichen Spezies Katze hatte sie in ihrem fertiggestellten Roman eine tragende Rolle eingeräumt, eine Hommage an ihre Mitbewohnerin.
Annas Inneres schrie nach Schlaf, ihre Gedanken hingegen nahmen darauf nicht den Hauch von Rücksicht. Sie holte ein Weinglas aus der Spülmaschine, die sie immer noch nicht ausgeräumt hatte und schenkte sich einen Rotwein ein, der sie hoffentlich beruhigen und besser einschlafen lassen würde. Auf ihren geliebten dicken Flauschsocken huschte sie über den leise knarrenden Dielenboden, zurück in ihr Arbeitszimmer.
Ob sie schnell noch einmal ins Internet gehen sollte? Möglicherweise gab es Neues auf seiner Website? Diese wundervolle Internetseite, die sie nun schon seit Wochen regelmäßig besuchte. Besonders erlebnisreich, ein Forum, in dem sich die ausschließlich weiblichen Nutzerinnen über ihre Erfahrungen im Bereich BDSM austauschten.
Nein, nein – du gehst schlafen, das ist nicht gut, du wirst wieder stundenlang lesen, Fotos anschmachten ...
Anna hatte sich in ihrem Arbeitszimmer in einer Ecke einen gemütlichen Relaxbereich mit einer großen Matratze, vielen Kissen und Decken geschaffen, der durch die panoramagroßen Galeriefenster den Blick in die weite Landschaft freigab. Zusätzlich schufen die hohen Giebeldecken den nötigen Freiraum, um sich geistig losgelöst entfalten zu können. Dieser Raum hatte den Auslöser für den Kaufimpuls des Hauses gegeben. Seufzend ließ sie sich auf das weiche Lager sinken und nippte an ihrem Rotwein.
Erneut versank sie ins Grübeln.
Lag es doch an ihrer Beziehung mit Carl? Da er wie ein Besessener arbeitete und in Köln lebte, sahen sie sich nach ihrem Umzug seltener, damit hatten sie sich beide arrangiert. Die Frage, ob Gegensätze sich anzogen, stellte sie sich bereits seit längerem. Carl war ein Näheflüchter, was bedeutete, dass er zu viel Nähe gern mit Distanz versuchte abzubügeln. Anna hingegen ein impulsiver, höchst sensibler Mensch. Es gehörte zu ihrem Charakter, bei Kleinigkeiten zu explodieren und ihre Gefühle auszuleben. Da traf kühler Pragmatismus auf geballte Emotion. In geschäftlicher Hinsicht war Carl für Anna eine Bereicherung, denn er führte sämtliche Verhandlungen und zeigte sich unnachgiebig bei der Durchsetzung ihrer Interessen. Vermutlich hatte sie ihm einen großen Teil ihres Erfolgs zu verdanken.
In einem Zug leerte sie das Glas, verschränkte die Arme hinter dem Kopf und analysierte zum X-Mal ihre Partnerschaft. Mit einer Plus-Minus-Liste versuchte sie diese zu bewerten.
Ein Pluspunkt für Carls berufliche Aktivitäten, einen klaren Abzug für seine penible Art. Ein weiterer für die unterschiedlichen Vorstellungen des Wohnens: Er in der Stadt, im Hotspot des Geschehens, Restaurants, Bars, Geschäfte – alles nur einen Sprung entfernt. Nein, davon hatte sie sich distanziert. Ruhe und Natur standen mittlerweile an erster Stelle. Ein Plus für sein gepflegtes Erscheinungsbild, ein Minus für ...
Ein tiefer Seufzer löste sich, als sie an dem Punkt Erotik und Sex angelangt war. Inzwischen schlug die Kirchturmuhr bedrohliche drei Mal. In der letzten Zeit hatte es wenige Momente gegeben, in denen sie sich Carl nahe gefühlt hatte. Zärtlichkeit, Leidenschaft und Begehren? Fehlanzeige. Fünf Jahre waren sie zusammen, und das anfängliche Feuer schien erloschen.
Nullachtfünfzehn Sex, einfallslos und Befriedigung eher einseitig zu seinen Gunsten. Heißer Sex, laut und ungezügelt, neue Praktiken ausprobieren – all das gab es nicht.
Anna drehte sich auf die Seite und Tränen sammelten sich schlagartig in ihren Augen. In dieser Deutlichkeit hatte sie bislang nicht darüber nachgedacht.
»Was für ein Scheiß«, murmelte sie. »Das ist die Übermüdung ...«
Über die elementare Frage, ob sie ihn liebte, immer noch liebte oder es überhaupt jemals getan hatte, weigerte sie sich nachzudenken. Wahrscheinlich wurde das Gefühl durch den Alltag in den Hintergrund gedrängt. Ja, so musste es sein.
Unruhig wälzte sie sich hin und her, da diese nicht greifbare Sehnsucht unvermittelt alle Gedanken überlagerte. Die faszinierenden Fotografien und die Wortbeiträge im Forum befriedigten auf ungewohnte Weise das Bedürfnis nach Leidenschaf, Sex, Nähe. Mit einem Seufzer rollte sie sich in die Bettdecke ein und urplötzlich hatte sie die Szene vor Augen, die ihr Herz höherschlagen ließ:
Eine Frau kniete auf dem Boden, ihre Haltung wirkte demutsvoll. Bekleidet war sie nur mit einer festgeschnürten Unterbrustcorsage, ihre intime Mitte war blank, aber dafür trug sie ein breites Lederhalsband mit einem Ring – dem Ring der O. Ein Mann von stattlicher Erscheinung stand direkt vor ihr. Die weibliche Akteurin verschwand und Anna sah sich in der Rolle der devoten Gespielin. Sie konnte ihn wahrnehmen, sein Atem kitzelte auf ihrer Haut. Sein Gesicht blieb ihr verborgen. Er hielt eine Kette in der Hand, die führte zu dem Halsband. Ein Ruck und sie spürte Druck auf ihrer Kehle – er zog sie zu sich heran. Seine Hand fasste unter ihr Kinn und automatisch legte sie den Kopf in den Nacken. Alles an ihr bebte. Was dieser Mann in ihr auslöste, war so fremd und intensiv! Erste kleine Schweißtropfen breiteten sich über ihren Körper aus. Zwischen ihren Schenkeln pochte es. Eine nicht gekannte Welle der Lust und Begierde durchflutete jede Faser.
Seine dunkle und ruhige Stimme fragte: »Bist du bereit?«

 


Lust auf mehr? Am kommenden Mittwoch geht’s weiter! Verrate mir Deine Meinung ... freue mich auf Kommentare ...

 

Den Beitrag kannst Du abonnieren!